Hui, the audience das erste mal live gesehen und sich noch nie zuvor mit orgel rock´n´roll beschäftigt-ganz schon weggeblasen
haben mich da die 5 jungs aus hersbruck bei nürnberg. Nach anfänglicher skepsis ersten vergleich zu ihren großen brüdern von
robocop kraus gezogen um schließlich festzustellen, sehr tanzbar, sehr!
Nach dem 2003 erschienen gleichnamigen album kommt "hired murderers" mit 9 tracks in einem schicken pappcover daher und beim
hören der scheibe bin ich irgendwie immer an den ersten live kontact mit der band erinnert. Verwirrend, mitreisend, sich steigernd,
sehr steil nach vorne gehend und schließlich extrem tanzbar. Mein lieblingstrack auf der scheibe ist JFK - discopunk halt! (5/10)
truesidemusic.de / Netzine 01.06 Stefan@Fightback.de
In den 60ern war die Welt noch in Ordnung. Kühle Blondinen mit goldenen Tigeraugen, die noch wussten wie man
sexy an einer Zigarettenspitze zieht ohne zu Husten, dominierten die Kinoleinwände. Alfred Hitchcock war noch mehr als
„dieser Typ von den drei ???“ und PopArt das nächste Große Ding.
Mit dem Debüt-Album der Hersbrucker Band The Audience feiert dieses Klischee eines alten Agententhrillers vor allem
optisch ein Revival. Dem Betrachter blitzt im Poster-Booklet ein collagenartiges Gewusel aus Dollarzeichen, blauen,
gelben und pinken Sternchen die auch die Handgelenke ganz besonders harter Zeitgenossen zieren könnten, Waffen,
Zeitungsausschniten und scherenschnittartigen, lasziv aussehenden Frauenkörpern entgegen.
Weil the Audience dieses Konzept auch musikalisch und textlich konsequent weiterverfolgen, heißen die Songs dann natürlich
auch ganz stilecht „James Bond“ oder „Jfk“ damit auch bloß niemand vergisst, dass man sich hier bewusst an den 60ern orientiert.
Dazu wird exzessiv georgelt und nach eigener Aussage alles von The Who über The Strokes bis hin zu The Robocop Kraus durch den
Fleischwolf gedreht. Das ist alles nicht neu, aber auch in der Xten Auflage nicht so langweilig wie mancher erwarten würde.
Wenn „ James Bond“ zur Hommage an „Diamonds are forever“ mutiert oder in „Kentucky Derby“ mit den Zeilen „What’s Mohammed Ali,
like Fred Astair / Sonny and Cher/ What’s Frank Sinatra“ munteres Namedropping inmitten von Orgel- und Gitarrenlärm veranstaltet
wird, ist das durchaus unterhaltsam. Der gelangweilte Overkill ist immer mal wieder nah, tritt aber letztendlich nicht ein. So ist
The Audience einfach noch eine „The-Band“ die sich auf das intelligente und souveräne Verknüpfen von Altem und Neuem versteht, aber
das Rad auch nicht gerade neu erfindet.
review-zine.de / Netzine 12.05 Judith Gehrke
Es ist ein Dilemma. Und nahezu unmöglich, eine (noch) weitesgehend unbekannte Band zu beschreiben, ohne
entsprechende Referenzen in den Raum zu stellen, egal, wie berechtigt oder bescheuert sie auch sein sollten.
Natürlich geht es dabei nicht darum, Schubladenfetischisten in irgendeiner Weise zu befriedigen. Schlicht und
einfach sollen Worthülsen vermieden werden, welche der Musik nur notdürftig gerecht werden könnten. Deshalb der
Form halber drei Namen zur groben Orientierung, obwohl es hundert sein könnten: The Robocop Kraus, …Trail of Dead,
Monty Norman.
Kniekehlentief waten The Audience auf ihrem Debüt im Retrosound einer Generation, die heute sämtliche
James-Bond-Filme als Doppel-DVD-Deluxe-Edition chronologisch in einen nussbraunen Schrankwand stehen hat. Das
könnte, wie auch der exzessive Gebrauch der Orgel, als Argument gegen die Nürnberger verstanden werden. Doch Retro
ist nicht unbedingt Retro und zuallererst der kluge Umgang mit Zitaten. Wenn Retro es schafft, einen ironischen
Abstand zu sich selbst zu bewahren und aus Versatzstücken etwas zutiefst eigenständiges zu formen, dann ist Retro,
gerade wenn er tanzbar ist, kein konservativer Zierrat, sondern zwingend notwendig.
Deshalb könnte Hired Murderers nicht ohne Grund inhaltlich wie auch formal ein Konzeptalbum über die 60er Jahre als
PopArt-Albtraum sein. Wenn sich James Bond nach vielen Tempiwechseln entschließt, zu einer Hommage an Shirley
Basseys Diamonds Are Forever zu werden; Wenn Kentucky Derby Namen wie Perlen aneinander reihen: „What's Mohammad
Ali / Like Fred Astair / Sonny und Cher“; Wenn Sänger Bernd Pflaum in JFK minutenlang „JFK was blown away“ als
Mantra wiederholt, dann ist das ein in Fetzen gerissener Forrest Gump, aus dem ein Wahnsinniger den Zapruderfilm
als negativ belichtete 8mm Kopie neu zusammensetzt.
The Audience lärmen und orgeln und knirschen und entwickeln gerade aus ihrer Unberechenbarkeit ihre eigentliche
Stärke. Nicht unerwähnt bleiben soll das elegant gestaltete Artwork des Digipacks, welches den collagenartigen
Charakter der Musik kongenial transportiert.
Fazit: So ein Debüt ist nicht selbstverständlich, ganz im Gegenteil. Souverän und ehrfurchtsvoll arbeiten sich The
Audience an einem Jahrzehnt ab, das aufgeregt zwischen Kennedymord und Aston Martin DB5 zirkulierte. (7/9)
justmag.de / Netzine 08.05 Stefan Petermann
Was soll da noch kommen, wenn man mit dem Debütalbum schon so viel richtig macht?
THE AUDIENCE sind fünf junge
Herren aus Hersbruck, dem beschaulichen Örtchen in der Nähe von Nürnberg. Genau der Ort, wo auch THE ROBOCOP KRAUS
herkommen und mit denen man bereits die Bühne teilte. Um gleich alle Kritiker verstummen zulassen: Nein THE AUDIENCE
sind keine billigen Kopien der etwas älteren Originale. Zwar kommen THE AUDIENCE mit der gleichen
Instrumenten-Verteilung und jeder Menge Feuer und Tanzbarkeit daher, ansonsten ähneln sich die beiden Bands aber
nicht besonders. Auf „hired murderers“ widmet man vor allem dem Glam-Rock alter Tage, aber nicht im Stile von
THE DARKNESS und Spandexhosen, sondern mehr in Sound und Gesten. Das Gebräu aus Rock’n’Roll und Punk fordert gerade
zu den Schweiß auf der Tanzfläche. Ein Bass, der endlich mal wieder seinem Namen gerecht wird. Gitarre und Orgel
schneiden sich ins Fleisch, das Schlagzeug setzt sich im Ohr fest und Frontsau Bernd trägt einen Großteil zum
Charakter dieser Band bei. Wie die bessere Ausgabe von Joe Cocker schreit und redet er sich durch diese neun
vorliegenden Lieder. Absurde aber teilweise hervorragende Hits sprudeln dabei heraus: „James Bond“ oder „JFK“ sind
solche Beispiele. „Drive by shooting“ ist bereits seit geraumer Zeit auf Konzerten ein Gassenhauer und auch die
ganz neuen Nummern fügen sich nahtlos ins Gesamtbild ein. Die Band hätte es sich einfacher machen können und ihre
Debüt-EP mit auf dieses Album nehmen können; dort waren vier absolute Tanzflächenfüller versammelt, doch man hat
bewusst davon abgesehen, diese Lieder in das Album zu integrieren. Somit stehen und sprechen beide Werke ganz für
sich allein. Kleine Abzüge gibt es bei der Soundqualität, dafür Pluspunkte beim schönen Digipack. Newcomer, die
sowohl auf Platte, als live so einiges zu bieten haben. (8/10)
sellfish.de / Netzine 07.05 Sebastian Gloser
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